Allgemein:

Wie im Kapitel „IS-IS Allgemeines“ genauer erläutert, wurde IS-IS von der ITU, vormals ISO, als standartisiertes Protokoll eingeführt. Als Folge dessen konnte IS-IS nur in ConnectionLess Network Service (CLNS) Umgebungen von ISO eingesetzt werden. Später wollte die Internet Engineering Task Force (IETF) dieses Manko ändern und entwickelte auf Basis des IS-IS Protokolls das Integrated IS-IS. Integrated IS-IS ist also eine Erweiterung von IS-IS, mit der es nun möglich ist IS-IS in dynamischen IP-Routing Umgebungen einzusetzen. Bei dieser Erweiterung wurden neue TLVs definiert [RFC 1195] die einen Einsatz in IP ermöglichen. Weiters kann man mit Integrated IS-IS auch gleichzeitig in einer Domain das IP-Protokoll wie auch ISO-CLNP Protokoll einsetzen, weswegen Integrated IS-IS auch manchmal als Dual IS-IS bezeichnet wird. Zusammenfassend ist noch einmal zu sagen, dass Integrated IS-IS entweder IP oder ISO CLNP oder beides unterstützen kann.

Unterschiedliche Routingoptionen:

  • In einer reinen IP-Domain wird nur der IP Verkehr ins Routing mit einbezogen, aber das Weiterleiten von OSI-Paketen, die für IS-IS Operationen benötigt werden, wird ebenfalls gewährleistet.
  • In einer reinen ISO-Umgebung wird nur der ISO-CLNP Datenverkehr, der für IS-IS benötigt wird, übertragen.
  • Und in einer Dual Umgebung wird sowohl IP als auch ISO-CLNP Verkehr gleichzeitig übertragen.

Es ist aber auch möglich eine noch feiner granulierte Aufteilung von IP oder ISO-CLNP zu realisieren. Denn es ist auch möglich die vorher besprochene Aufteilung auf Domainebene auch auf einer Area abzubilden. Das heißt, man kann eine Area nur für IP, die nächste Area nur für ISO-CLNP und die übernächste für beide Netzwerk-Typen konfigurieren.

Dadurch ist IS-IS in der IP Welt eine wirkliche Alternative zu OSPF geworden. Gleich wie OSPF unterstützt auch Integrated IS-IS Variable Length Subnet Masks (VLSM) und Route-Summarization. Für eine Gegenüberstellung dieser beiden Protokolle siehe: „ospfvsisis“.


Integrated IS-IS mit IP auf einem Cisco Router aktivieren

Um Integrated IS-IS für IP auf einem Cisco Router zu aktivieren, muss man grundsätzlich nur drei Schritte ausführen.

  • Der erste Schritt ist das Aktivieren des IS-IS IP-Routing Protokolls auf dem Router. Das „tag-Feld“ ist optional und beschreibt den Routing-Prozess. Die meisten Internet Service Provider (ISP) verwenden den gleichen „tag“ in ihrer gesamten Routing-Domain.
 router(config)# router isis [tag]
  • Der zweite Schritt ist zur Eingabe der NET-Adresse. Diese Adresse ist auch bei reinen IP-Netzen verpflichtend einzugeben.
 router(config-router)#net 49.0001.1921.6800.0001.00 
  • Der dritte Schritt ist das Aktivieren der Interfaces die beim IS-IS IP-Routing Prozess verwendet werden.
 router(config-if)#ip router isis [tag]
  • Optional sollte man noch eine Authentifizierung auf Domainebene konfigurieren. Dieser Befehl muss auf allen L2-Routern in der zu schützenden Domain ausgeführt werden. Damit kann man verhindern, dass die L2-Router in der Domain mit falschen Routing-Werten injiziert werden.
 Router(config-router)#domain-password irgendeinkey

Auffällig ist bei dieser Konfiguration, dass kein “network” Befehl, wie bei allen anderen IGP-Protokollen, verwendet wird.

Weiters ist ein Cisco Router beim Aktivieren von Integrated IS-IS standardmäßig ein L1L2-Router.

Bei einem Cisco Router ist das ClassLess Network Service (CLNS) standardmäßig aktiviert. Sollte man nun eine reine IP Umgebung verwenden, dann kann man mit dem Befehl „no clns routing“ diesen Dienst auch deaktivieren.


Quellen:

Abe Martey, IS-IS Network Design Solution, Kap. 4

CCNP 1 Ver.3.1 Kap 7

 
integratedis_is.txt · Last modified: 2009/09/13 14:37 (external edit)
 
Except where otherwise noted, content on this wiki is licensed under the following license:CC Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0 Unported
Recent changes RSS feed Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki