Allgemeines

Es gibt 4 OSI Protokolle:

  • Connection-Orientated Network Protocol (CONP)
siehe ISO Standard 8208 und 8878
  • Connectionless Network Protocol (CLNP)
siehe ISO Standard 8473.1
  • End System to Intermediate System Protocol (ES-IS)
siehe ISO Standard 9542
  • Intermediate System to Intermediate System Protocol (IS-IS)
siehe ISO Standard 10589

IS-IS wurde 1980 von Digital Equipment entwickelt und wurde der ISO1) (International Organization for Standardization) als Routingprotokoll für OSI (Open System Interconnection) unterbreitet.

Bei der Entwicklung von IS-IS wurde im Speziellen auf folgende Punkte geachtet:

  • ein nicht properitäres Protokoll
  • ein möglichst großes Adressierungsschema
  • ein hierarchisches Adressierungsschema
  • schnelle und fehlerfreie Konvergenz
  • geringer Overhead
  • Stabilität
  • effiziente Hardwarenutzung

Es wurde versucht ein Protokoll zu schaffen mit dem jedes Gerät umgehen kann. Durch den Versuch eine große Anzahl an Features in dieses Protokoll aufzunehmen entstand ein sehr komplexes Protokoll.

Der Versuch OSI als internationalen Standard durchzusetzen schlug durch die schnelle Verbreitung des Internets mit der TCP/IP Protokoll - suite fehl. Trotzdem wurde IS-IS gerade von großen ISPs (Internet Service Provider) genutzt! Durch die Protokollunabhängigkeit, der sehr guten Skalierbarkeit und der Möglichkeit von ToS (Type of Service) routing nimmt die Verbreitung in letzter Zeit wieder stark zu.

OSI vs. TCP/IP - Schichtenmodell

http://www.networkcablesonline.com/osiimages/osi-tcp%20model.gif2)

OSI - Schichtenmodell

Gründe für die Verwendung:3)

  • Unterteilung in weniger komplexe Elemente
  • Definition von Standardschnittstellen für Plug & Play - Kompatibilität
  • Spezialisierung auf modularer Ebene möglich
  • es wird verhindert dass Änderungen eines Bereiches andere Bereiche beeinträchtigen
  • komplexe Netzwerktechnik wird in Teilbereiche unterteilt
Layer 1 - Physical (Bitübertragungsschicht):

definiert die elektrischen, mechanischen, prozeduralen und funktionalen Spezifikationen zur Aktivierung, Aufrechterhaltung und Deaktivierung einer physikalischen Verbindung zwischen Endsystemen.

Physikalische Medien: z.B.: Koaxialkabel, Glasfaserkabel, UDP-Kabel, STP-Kabel,…
Verwendete Geräte: Hubs, Repeater

Layer 2 - Data Link (Sicherungsschicht):

ermöglicht die physikalische Übertragung über das Medium. Sie verwaltet Fehlermitteilungen, Netzwerktopologie und Flusskontrolle.
Ermöglicht die Segmentierung nach Kollisionsdomänen (Micro Segmentierung durch Switches).
MAC-Adressen basieren auf Layer 2 und werden oft auch als Hardware Adressen bezeichnet. Der Layer 2 wird in den MAC - Sublayer (Media Access Control) und den LLC - Sublayer (Logical Link Control) unterteilt.
Das bei Ethernet verwendete Zugriffsverfahren CSMA/CD arbeitet auf dem MAC - Sublayer.

verwendete Protokolle: Ethernet, FastEthernet, SLIP, PPP, FDDI, ATM, FrameRelay, HDLC
verwendete Geräte: Bridges, Switches

Layer 3 - Network (Vermittlungsschicht):

Ermittlung des besten Weges für die Daten. Diese Schicht verwendet ein hierarchisches/logisches Adressierungsschema. Neben dem IP-Adressierungsschema kommen auf dieser Schicht auch andere Systeme wie IPX, AppleTalk oder DECnet zum Einsatz. Ermöglicht die Segmentierung nach Broadcastdomänen (Router leiten keine Broadcasts weiter).

verwendete Protokolle: IP, ARP, RARP, Proxy ARP
verwendete Geräte: Router, L3-Switches

Layer 4 - Transport (Transportschicht):

Die Daten werden beim Absender segmentiert und beim Empfänger wieder zusammengesetzt. In dieser Schicht wird eine sichere Verbindung hergestellt und die Datenübertragung wird zuverlässig durchgeführt (Windowing bzw. Flusskontrolle). Durch die Verwendung von Ports ist es möglich dass mehrere Anwendungen (z.B. SSH, Telnet, HTTP, FTP, …) gleichzeitig kommunizieren.

verwendete Protokolle: TCP, UDP, SPX (bei IPX)

TCP ist ein zuverlässiges und verbindungsorientiertes Protokoll, UDP ist unzuverlässig und verbindungslos.

Layer 5 - Session (Sitzungsschicht):

Aufbau, aufrechterhalten und verwalten von Sitzungen zwischen Anwendungen.

Layer 6 - Presentation (Darstellungschicht):

Stellt sicher dass von der Anwendungsschicht eines Systems gesandte Daten von der Applikationsschicht eines anderen Systems verarbeitet werden können.

Layer 7 - Application (Anwendungsschicht):

Diese Schicht stellt Netzwerkdienste für Benutzeranwendungen zur Verfügung.

Anwendungen: z.B.: Telnet, HTTP, FTP, SMTP, …

Datenkapselung:

http://is.asu.edu/resources/islab/ex1/encapsulation.jpg4)

TCP/IP - Schichtenmodell

wird im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter behandelt! siehe 5)

 
osi_protokolle.txt · Last modified: 2009/09/13 14:37 (external edit)
 
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